Digitale Verwaltung und KI
Ich arbeite beruflich als Softwareentwickler und baue seit Jahren Werkzeuge, die Menschen wiederkehrende Arbeit abnehmen. Genau das fehlt in vielen Verwaltungen: Vorgänge laufen auf Papier, dieselben Daten werden mehrfach eingetippt, und Bürgerinnen und Bürger fahren für eine Unterschrift in die Kreisstadt.
Das ist keine Frage von Technikbegeisterung, sondern eine Frage von Personal. Die Verwaltung wird in den kommenden Jahren Stellen nicht mehr so besetzen können wie bisher. Wer dann noch dieselben Leistungen erbringen will, muss die Arbeit anders organisieren.
Position
- Digital statt auf Papier. Vorgänge, die man online erledigen kann, sollen online erledigt werden können — vollständig, nicht als PDF zum Ausdrucken.
- KI dort einsetzen, wo sie Arbeit abnimmt. Akten zusammenfassen, Anträge vorsortieren, Fristen überwachen, Auskünfte vorbereiten. Nicht, um Entscheidungen zu treffen — die bleiben bei Menschen und müssen begründet sein.
- Keine Prestigeprojekte. Software wird nicht dadurch besser, dass sie teuer war. Ich schaue mir Beschaffungen im IT-Bereich genau an: Was kostet der Betrieb, wem gehören die Daten, wie kommt man wieder heraus, wenn es nicht funktioniert.
- Offene Standards und offene Lizenzen bevorzugen. Was einmal mit Steuergeld entwickelt wurde, sollte nicht bei jedem Landkreis erneut bezahlt werden müssen.
Vorgehen
- Ich rede nicht nur darüber, sondern baue solche Sachen. Aus öffentlichen Unterlagen der Gemeinde Nordstemmen sind auf eigene Faust der Gemeindehaushalt als Schaubild und eine Suche über 18 Jahre Ratsprotokolle in normaler Sprache entstanden — kein Auftrag der Verwaltung, beides mit KI gebaut und für jeden kostenlos nutzbar. Weitere Beispiele stehen auf meiner Projektseite.
- Was ich für die Allgemeinheit baue, ist frei nutzbar — die Nordstemmer Werkzeuge oben kosten niemanden etwas und stehen jedem offen.
- Auch diesen Wahlkampf mache ich so: Webseite, Flyer und Plakate entstehen mit KI-Unterstützung am eigenen Rechner, weshalb im Wesentlichen nur Materialkosten anfallen. Dieselben Vorlagen stelle ich dem Ortsverband, dem Gemeindeverband und dem Kreisverband zur Verfügung. Was das über die Arbeit im Kreistag sagt, steht unter Fragen.
- Im Kreistag möchte ich Digitalisierungsvorhaben nicht nur mitbeschließen, sondern die Vorlagen fachlich prüfen. Bei IT-Beschaffungen ist der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Entscheidung oft ein technisches Detail, das in der Vorlage nicht steht.
Stand
- 2026-08-18: Seite angelegt. Die Positionen entsprechen dem Kreistags-Flyer zur Kommunalwahl 2026.